Ecuadorianische Kultur

Ein Einblick in die Seele der ecuadorianischen Gesellschaft

 

1. Einführung

2. Kultur in der Sierra Ecuador's
   2.1 Überblick
   2.2 Seit 500 Jahren Verlierer, die Indigenas (Indianer)
   2.3 die allgemeine Bevölkerung der Sierra

3. El Oriente (der Regenwald)


1. Einführung

Es ist unmöglich die Kultur in einem Wort zu beschreiben. Wie überall, liegen auch die Wurzeln der ecuadorianischen Kultur in der Vergangenheit. In prekolumbianischen Zeiten, also bevor Südamerika von den Spaniern erobert wurde, lebten auf den Anden verschiedene Völker. Diese sprachen eine ähnliche Sprache, hatten ähnliche Bräuche und Denkweisen. Im Regenwald der Costa und des Orientes lebten viele verschiedene, meist kleine Stämme. Es gibt im Regenwald heute noch eine Vielzahl an vom aussterben bedrohten Sprachen.
Diese ursprünglichen Verhältnisse wurden von den Spaniern mit aller Kraft bekämpft und verändert. Das Christentum drang ein. In die Costa wurden Afrikanische Sklaven gebracht. In den heissen Oriente die Indigenas des Hochlandes und Umgekehrt. Es vermischten sich die Volksgruppen, auch Spanier mit Einheimischen.

Daher resultieren die jetzigen Denkweisen, Gebräuche und Sprachen. Sie sind zum Teil sehr unterschiedlich, zum Teil auch ähnlich. Beispielsweise ist das Christentum im ganzen Land verbreitet, auch wenn auf unterschiedliche Art und Stärke. Einen grossen Einfluss hat meiner Meinung nach auch die gesellschaftlich-politische Lage. Also die dem Darvinismus nahekommende Marktwirtschaft und ein ausgeprägtes Konsumdenken. Die allegemeine Stimmung kann ungefähr so formuliert werden: Ist man Arm, hat man selber Schuld oder es ist eben so. Haben um zu sein. Hat man nichts, ist man nichts. Es gibt ein ausgeprägtes Klassendenken.

 

2. Kultur der in der Sierra Ecuador's

2.1 Überblick
Bevor die Spanier die Anden eroberten und die Einheimischen versklavten, hatten die Ureinwohner in den Anden Ecuador's umfangreiche Bräuche, Kenntnisse, Sozialstrukturen und Vorstellungen, die zum Teil bis heute bestehen. Auch wenn die Anden die meiste Zeit von konkurrierenden Voelkern bewohnt war, sprachen sie fast die selbe Sprache und waren sich ähnlich. Ihre Sprache, das Quechua wird bis heute in Ecuador, den ganzen Anden Peru's bis hinunter nach Bolivien gesprochen! Auch wenn mit unterschiedlichen Akzenten.
Es ist erstaunlich, dass die Kultur und die Sprache in der gesammten weiten Andenregion von Ecuador bis nach Bolivien (man braucht mit dem Bus rund eine Woche dauerfahrt um sie zu durchfahren) ähnlicher ist, als die Kultur und die Sprache innerhalb Ecuador's zwischen Costa und Sierra(Anden) obwohl diese nur rund 3 Stunden auseinanderliegen.

2.2 Seit 500 Jahren Verlierer, die Indigenas

Etwa 30% reine Ureinwohner leben noch in Ecuador. Zum Teil haben sie ihre alten Traditionen und Vorstellungen bewahrt. Sie haben das Christentum, welches ihnen aufgezwungen worden ist, in ihre Kultur integriert. Sie sind zwar offiziell Christen, trotzdem entstanden so neue Bräuche und Vorstellungen. Weihnachten wird z.B. bei den Indigenas (Indianer) Ecuador's ganz anders als bei uns gefeiert. Was das Denken der Indigenas ausserdem auszeichnet, ist die starke Verbundenheit mit der „Patcha Mama“ - Mutter Erde, und der Natur. Leider leiden viele nicht-weisse Ecuadorianer, allem voran die Indigenas, an einer Art Minderwertigkeitskomplex. Wie auch im Kapitel Politk und Gesellschaft beschrieben, gibt es in Ecuador seit jeher eine Klassengesellschaft. Zur Zeit ist immer noch die Einstellung weit verbreitet, dass die Indigenas oder Menschen mit dunkler Hautfarbe weniger wert seien.
Eine Geschichte die dies gut wiederspiegelt ist diese: Eine Frau fragte mich beim Mittagessen in der Indianergemeinde wo ich Englischunterricht gab, was ich von ihrer Theorie halte. Der Grund fuer die unterschiedlichen Hautfarben sei folgender: „Als Gott die Welt erschuf, taufte er die Menschen. Die er zu erst taufte wurden weiss, die als zweites von Gott getauft wurden wurden braun(die Indianer) da das Wasser schon dreckiger war, und die als letztes mit Taufen dran waren, wurden schwarz. Daher gäbe es die unterschiedlichen Klassen“. Ich könnte mir vorstellen dass diese naiven Ideen von den Spaniern oder der Kirche unters Volk gebracht wurden.
Dieses Klassendenken durchdringt die ganze ecuadorianische Gesellschaft. Ob man zur „unteren“ oder „hoeheren“ Klasse gehört haengt nicht nur von der Hautfarbe, sonder auch vom Einkommen ab. Beides geht meist Hand in Hand, da fast alle Ureinwohner sehr arm sind. So kann es zum Beispiel sein, was mir schon passiert ist, dass man sich als „Gringo“ in einen Bus setzt und ein alter Indigena(indianer) Bauer fuer einen, von seinem Platz verschaecht wird. Es ist auch jetzt noch üblich zu sagen „Du Indio“ und meint „Du Dummkopf“. Das Klassendenken steckt einfach im Gefühl vieler Menschen. Sie können es nicht wirklich durch Logik erklaeren und stehen meist auch nicht offen dazu. Die Gründe fuer dieses Denken sind sicher in der Geschichtlichen Entwicklung zu suchen. Trotzdem sehe ich 5 Faktoren, die diese Mentalität unterstuetzen und sich gegenseitig beieinflussen.

  1. Die verlorene Identität der Indigenas.

  2. Eine schlechte Schulbildung besonders fuer die Armen und Indigenas.

  3. Westliche Einfluss des Fernsehens und Konsums. Hier werden nur Weisse, die in einer reichen Welt leben, gezeigt. Es unterstützt das Denken, dass Ecuador Rueckständig sei, weil es so viele (nicht weisse), dumme Indigenas im Land gäbe.

  4. Der Einfluss der Migranten in Spanien und den USA

  5. Die Art wie die Indigenas von den weissen und reichen Ecuadorianer behandelt werden.

Diese Mentalität sollte man im Kopf haben, wenn man mit den Einheimischen zu tun hat. Ein Kapitel zum Verhalten befindet sich auch bei Tipps & Sicherheit.


2.3 die allgemeine Bevölkerung - Ein Land voller Gegensätze

Nun aber weiter zur allgemeinen Bevölkerung der Sierra.
Insgesammt gibt es ein paar Besonderheiten was das „ecuadorianische Christentum“ besonders auf dem Lande auszeichnet. Zum Beispiel eine stark konservative Einstellung. Oder der starke Glaube an die heilige Jungfrau Maria. Jedes Dorf oder Städtchen hat seine Jungfrau. Dies ist eine reich gekleidete und geschmueckte Puppe, welche meist in der Kapelle der Siedlung aufbewahrt ist. Unter ihnen gibt es mächtige und weniger mächtige Jungfrauen. Zum Beispiel kann die „Virgen del Cisne“ (Jungfrau des Schwans) besonders viele und grosse Wunder vollbringen. In keinem Haus fehlt ein Bild der Jungfrau Maria, genauso wenig wie vom „Senior de los Milagros“(Herr der Wunder) womit Jesus Christus gemeint ist.
Im Gegensatz dazu steht, dass der Machismus weit verbreitet ist. Ich glaube die Mehrheit der ecuadorianischen Männer wissen nicht wie man ein Spiegelei brät. Das heisst, die Frau gehört eben in die Küche. Auch gehört die Tochter so lange dem Vater bis sie heiratet, dann ist der Eheman fuer sie zustaendig. (ähnlich wie hier vor 50 Jahren) Obwohl es ein so katholisches Land ist, ist es verbreitet üblich dass Ehemänner fremdgehen. Dies wäre fuer die Frauen streng verboten.

Es gibt mitlerweile viele „Intellektuelle“ oder aufgeklaerte Menschen der juengeren Generationen, die sich aus den Zwängen des Konservatismus befreien. Viele Erwachsene, insbesondere in den Städten sind mitlerweile recht aufgeklärt.



3. Der Urwald, el Oriente

In der Gesammten Regenwaldregion herrscht ein ganz anderes Ambiente. Obwohl es tropisch heiß ist, habe ich das Ambiente besonders unter den Einheimischen wiederholt als kühl und zurueckhaltend erlebt. Sie haben eine leise und kalte Art an sich. Man weiss nicht was sie von einem denken. Trotzdem haben wir sehr gute Erfahrungen was Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft betrifft gemacht. Es ist so ihre Art. Diese steht im Gegensatz zu den Indigenas(Indianern) des Hochlands der Anden. Dort wird man übertrieben freundlich und Respektvoll behandelt.

Es gibt verschiedene Sprachen und Völker im Oriente. Im Norden leben die Quichua.
In der Mitte, der Gegend von Puyo leben die Cofan. Mir hat mal einer gesagt, die Cofan seien die Fauleren, die Shuar seien ein fleißigeres Volk. Die Shuar leben bei Tena und Macas, im Suedlichen Oriente.
Tief im Tropischen Regenwald gibt es noch Völker, wie die gefürchteten Huaurani, auch Aucas genannt, welche jeglichen Kontakt zur Zivilisation verweigern und den Ruf haben, Menschenfleisch zu essen. Um keine Angst zu machen, ich habe noch nie von Touristen gehört die von einem Urwaldvolk verschleppt wurden:)




 

 

 

 

der Mond auf dem Kopf auf 4000 Metern Hoehe

Nationalpark Mindo der Nationalpark Mindo

playa la Costa

Papallacta die Baeder von Papallacta

cotopaxi   der höchste aktive Vulkan der Erde, Cotopaxi (5897m)

 Eiswelten  auf ca. 5500m beim Cotopaxi

San Rafael San Rafael

el Oriente Cuyabeno

Giron
Wasserfall bei Giron

El Reventador
Volcan El Reventador