/Ecuador/Kultur
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Ecuadorianische Kultur
Ein Einblick in die Seele der ecuadorianischen Gesellschaft
1. Einführung
Es ist unmöglich die Kultur in einem
Wort zu beschreiben. Wie überall, liegen auch die Wurzeln der
ecuadorianischen Kultur in der Vergangenheit. In
prekolumbianischen Zeiten, also bevor Südamerika von den
Spaniern erobert wurde, lebten auf den Anden verschiedene
Völker. Diese sprachen eine ähnliche Sprache, hatten ähnliche
Bräuche und Denkweisen. Im Regenwald der Costa und des Orientes
lebten viele verschiedene, meist kleine Stämme. Es gibt im
Regenwald heute noch eine Vielzahl an vom aussterben bedrohten
Sprachen.
Diese ursprünglichen Verhältnisse wurden von den
Spaniern mit aller Kraft bekämpft und verändert. Das
Christentum drang ein. In die Costa wurden Afrikanische Sklaven
gebracht. In den heissen Oriente die Indigenas des Hochlandes und
Umgekehrt. Es vermischten sich die Volksgruppen, auch Spanier mit
Einheimischen.
Daher resultieren die jetzigen
Denkweisen, Gebräuche und Sprachen. Sie sind zum Teil sehr
unterschiedlich, zum Teil auch ähnlich. Beispielsweise ist das
Christentum im ganzen Land verbreitet, auch wenn auf
unterschiedliche Art und Stärke. Einen grossen Einfluss hat
meiner Meinung nach auch die gesellschaftlich-politische Lage.
Also die dem Darvinismus nahekommende Marktwirtschaft und ein
ausgeprägtes Konsumdenken. Die allegemeine Stimmung kann
ungefähr so formuliert werden: Ist man Arm, hat man selber
Schuld oder es ist eben so. Haben um zu sein. Hat man nichts, ist
man nichts. Es gibt ein ausgeprägtes Klassendenken.
2. Kultur der in der Sierra
Ecuador's
2.1 Überblick
Bevor die
Spanier die Anden eroberten und die Einheimischen versklavten,
hatten die Ureinwohner in den Anden Ecuador's umfangreiche
Bräuche, Kenntnisse, Sozialstrukturen und Vorstellungen, die zum
Teil bis heute bestehen. Auch wenn die Anden die meiste Zeit von
konkurrierenden Voelkern bewohnt war, sprachen sie fast die selbe
Sprache und waren sich ähnlich. Ihre Sprache, das Quechua wird
bis heute in Ecuador, den ganzen Anden Peru's bis hinunter nach
Bolivien gesprochen! Auch wenn mit unterschiedlichen Akzenten.
Es ist erstaunlich, dass die Kultur und die Sprache in der
gesammten weiten Andenregion von Ecuador bis nach Bolivien (man
braucht mit dem Bus rund eine Woche dauerfahrt um sie zu
durchfahren) ähnlicher ist, als die Kultur und die Sprache
innerhalb Ecuador's zwischen Costa und Sierra(Anden) obwohl diese
nur rund 3 Stunden auseinanderliegen.
2.2 Seit 500 Jahren Verlierer, die
Indigenas
Etwa 30% reine Ureinwohner leben noch in
Ecuador. Zum Teil haben sie ihre alten Traditionen und
Vorstellungen bewahrt. Sie haben das Christentum, welches ihnen
aufgezwungen worden ist, in ihre Kultur integriert. Sie sind zwar
offiziell Christen, trotzdem entstanden so neue Bräuche und
Vorstellungen. Weihnachten wird z.B. bei den Indigenas
(Indianer) Ecuador's ganz anders als bei uns gefeiert. Was das
Denken der Indigenas ausserdem auszeichnet, ist die starke
Verbundenheit mit der „Patcha Mama“ - Mutter Erde,
und der Natur. Leider leiden viele nicht-weisse Ecuadorianer,
allem voran die Indigenas, an einer Art Minderwertigkeitskomplex.
Wie auch im Kapitel Politk und Gesellschaft beschrieben, gibt es
in Ecuador seit jeher eine Klassengesellschaft. Zur Zeit ist
immer noch die Einstellung weit verbreitet, dass die Indigenas
oder Menschen mit dunkler Hautfarbe weniger wert seien.
Eine
Geschichte die dies gut wiederspiegelt ist diese: Eine Frau
fragte mich beim Mittagessen in der Indianergemeinde wo ich
Englischunterricht gab, was ich von ihrer Theorie halte. Der
Grund fuer die unterschiedlichen Hautfarben sei folgender: „Als
Gott die Welt erschuf, taufte er die Menschen. Die er zu erst
taufte wurden weiss, die als zweites von Gott getauft wurden
wurden braun(die Indianer) da das Wasser schon dreckiger war, und
die als letztes mit Taufen dran waren, wurden schwarz. Daher
gäbe es die unterschiedlichen Klassen“. Ich könnte mir
vorstellen dass diese naiven Ideen von den Spaniern oder der
Kirche unters Volk gebracht wurden.
Dieses Klassendenken durchdringt die ganze ecuadorianische Gesellschaft. Ob man zur
„unteren“ oder „hoeheren“ Klasse gehört
haengt nicht nur von der Hautfarbe, sonder auch vom Einkommen ab.
Beides geht meist Hand in Hand, da fast alle Ureinwohner sehr arm
sind. So kann es zum Beispiel sein, was mir schon passiert ist,
dass man sich als „Gringo“ in einen Bus setzt und ein
alter Indigena(indianer) Bauer fuer einen, von seinem Platz
verschaecht wird. Es ist auch jetzt noch üblich zu sagen „Du
Indio“ und meint „Du Dummkopf“. Das Klassendenken steckt einfach im Gefühl vieler Menschen. Sie können es nicht wirklich durch Logik erklaeren und stehen meist auch nicht offen dazu. Die Gründe
fuer dieses Denken sind sicher in der Geschichtlichen Entwicklung
zu suchen. Trotzdem sehe ich 5 Faktoren, die diese Mentalität
unterstuetzen und sich gegenseitig beieinflussen.
- Die
verlorene Identität der Indigenas.
- Eine schlechte
Schulbildung besonders fuer die Armen und Indigenas.
- Westliche Einfluss des Fernsehens und Konsums. Hier werden nur
Weisse, die in einer reichen Welt leben, gezeigt. Es unterstützt
das Denken, dass Ecuador Rueckständig sei, weil es so viele
(nicht weisse), dumme Indigenas im Land gäbe.
- Der Einfluss der Migranten in Spanien und den USA
- Die Art wie
die Indigenas von den weissen und reichen Ecuadorianer behandelt
werden.
Diese Mentalität sollte man im Kopf
haben, wenn man mit den Einheimischen zu tun hat. Ein Kapitel zum
Verhalten befindet sich auch bei Tipps & Sicherheit.
2.3 die allgemeine Bevölkerung - Ein Land voller Gegensätze
Nun
aber weiter zur allgemeinen Bevölkerung der Sierra.
Insgesammt
gibt es ein paar Besonderheiten was das „ecuadorianische
Christentum“ besonders auf dem Lande auszeichnet. Zum
Beispiel eine stark konservative Einstellung. Oder der starke
Glaube an die heilige Jungfrau Maria. Jedes Dorf oder Städtchen
hat seine Jungfrau. Dies ist eine reich gekleidete und
geschmueckte Puppe, welche meist in der Kapelle der Siedlung
aufbewahrt ist. Unter ihnen gibt es mächtige und weniger
mächtige Jungfrauen. Zum Beispiel kann die „Virgen del
Cisne“ (Jungfrau des Schwans) besonders viele und grosse
Wunder vollbringen. In keinem Haus fehlt ein Bild der Jungfrau
Maria, genauso wenig wie vom „Senior de los Milagros“(Herr
der Wunder) womit Jesus Christus gemeint ist.
Im Gegensatz
dazu steht, dass der Machismus weit verbreitet ist. Ich glaube
die Mehrheit der ecuadorianischen Männer wissen nicht wie man
ein Spiegelei brät. Das heisst, die Frau gehört eben in die
Küche. Auch gehört die Tochter so lange dem Vater bis sie
heiratet, dann ist der Eheman fuer sie zustaendig. (ähnlich wie hier vor 50 Jahren) Obwohl es ein
so katholisches Land ist, ist es verbreitet üblich dass
Ehemänner fremdgehen. Dies wäre fuer die Frauen streng
verboten.
Es gibt mitlerweile viele
„Intellektuelle“ oder aufgeklaerte Menschen der
juengeren Generationen, die sich aus den Zwängen des
Konservatismus befreien. Viele Erwachsene, insbesondere in den
Städten sind mitlerweile recht aufgeklärt.
3. Der Urwald, el Oriente
In der
Gesammten Regenwaldregion herrscht ein ganz anderes Ambiente.
Obwohl es tropisch heiß ist, habe ich das
Ambiente besonders unter den Einheimischen wiederholt als kühl
und zurueckhaltend erlebt. Sie haben eine leise und kalte Art an
sich. Man weiss nicht was sie von einem denken. Trotzdem haben
wir sehr gute Erfahrungen was Gastfreundschaft und
Hilfsbereitschaft betrifft gemacht. Es ist so ihre Art. Diese
steht im Gegensatz zu den Indigenas(Indianern) des Hochlands der
Anden. Dort wird man übertrieben freundlich und Respektvoll
behandelt.
Es gibt
verschiedene Sprachen und Völker im Oriente. Im Norden leben die Quichua.
In der Mitte, der Gegend von Puyo leben die Cofan. Mir hat mal einer gesagt, die Cofan seien die
Fauleren, die Shuar seien ein fleißigeres Volk. Die Shuar
leben bei Tena und Macas, im Suedlichen Oriente.
Tief im Tropischen
Regenwald gibt es noch Völker, wie die gefürchteten Huaurani,
auch Aucas genannt, welche jeglichen Kontakt zur Zivilisation
verweigern und den Ruf haben, Menschenfleisch zu essen. Um keine
Angst zu machen, ich habe noch nie von Touristen gehört die von
einem Urwaldvolk verschleppt wurden:)
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auf 4000 Metern Hoehe
der Nationalpark Mindo
la Costa
die Baeder von Papallacta
der höchste aktive Vulkan der Erde, Cotopaxi (5897m)
auf ca. 5500m beim Cotopaxi
San Rafael
Cuyabeno

Wasserfall bei Giron

Volcan El Reventador
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